Kino

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Deckname JENNY von Samira FANSA mit mir als Mutter von Jenny

Goes Greifswald 7.11.2018 um 19.30

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Herbst

kam stürmisch um die Ecke /mit Regen auch/ ich hatte meinen Schirm leider nicht dabei /die Melancholie sitzt da und trinkt Tee/ jedes Jahr bin ich erstaunt/ da bist du/ der Sommer war so schön/ sein Tod hat mich getroffen /unverhofft in meinen Onlinealltag/ Lebwohl Freund aus jugendlichen Tagen

Frühstücken im P -Berg

Welcher gehörnte Satyr mich geritten hat weiß ich nicht mehr. Aber ich ging frühstücken im Prenzlauer Berg, meinem sogenannten Heimatbezirk.

Seit meiner Kindheit träumte ich vom Wohnen in Berlin. Es gelang mir nach einem Mauerfall, 3 Jahren Selbststudium „Wie überlebe ich in der BRD“in Duisburg, Reisen nach Italien und New York einen Studienplatz an der renommierten Hochschule für Schauspielkunst“ Ernst Busch“ in Berlin zu ergattern.

Nun gehörte ich endlich dazu. Ich gehörte zu den wenigen, die es endlich geschafft hatten, die sich aus provinzieller Enge und unzumutbaren Städten in den Prenzlauer Berg gerettet hatten,der Intellektuellen -Hochburg der DDR Kulturszene.

Damals wusste ich noch nicht wohin ich wirklich geraten war, in einen anhaltenden Alptraum aus frühstückenden Menschen aus allen Teilen der Welt, damals schwenkten sie noch nicht ihr nagelneues i phone durch die Gegend was aber heute unwiederbringlich zum guten Ton gehört. Schon wenn du etwas beklommen dein 5 Jahre altes Android, das nur noch mit Hilfe einer Plastikverschalung zusammengehalten wird aus deiner auf einem Flohmarkt erstandenen Lederhandtasche fingerst, benimmst du dich wie ein kleines Mädchen was schüchtern ihr second Hand Kleidchen versucht mit ein paar Glitzersteinen aufzupeppen. Du sagst dir trotzig reicht doch, sieht doch schick aus. Von diesen Appel Menschen bekommst du ein mitleidiges Grinsen als seist du mit einem Rollator unterwegs, wärst blind und hättest gebrochene Finger.

Ach, Schwamm drüber. Damals konnte ich wenigstens noch Schulterfrei gehen.Diese Blusen, die ich lieber nur in bayrischen Trachten verblieben sähe haben es doch glatt in die Läden der Hauptstadt geschafft. Dabei sehen die meisten Frauen darin aus wie verirrte Pinups der 50 iger Jahre.

Meine Großmutter pflegte zu sagen: „Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Lass sie ziehen.“Meine Großmutter konnte Streit nicht ausstehen,wer laut wurde und sich leidenschaftlich für eine bestimmte Sache einsetzte und sei es in Sachen Mode,fiel in Ungnade.Meine Grossmutter hatte aus der Geschichte gelernt.Ich habe sie nie geschminkt gesehen und für gelegentlich auftretende Kopfschmerzen verwendete sie Nivea Creme statt Psychopharmaka.

Jetzt fragt mich doch die Bedienung mit einem katzenhaften Lächeln, als sei sie einem Manga -Komik entstiegen,ob ich noch etwas wünsche?!?

Ja, ich wünsche mir meinen Satyr aus meinem Traum zurück, er möge simsalabim hier ins Café galoppiert kommen und mich endlich aufwecken.

Berlin hat einfach zu viele Friseure

Ja, das ist meine Meinung oder meine subjektive Wahrnehmung.

Es ist definitiv beides. Wenn ich wieder einen dieser Seelenschlingertage habe gefalle ich mir nicht und schon garnicht gefallen mir meine Haare. Da ist es gefährlich für mich auf die Straße zu gehen, da da draußen lauter hungrige Scheeren auf mich warten.

Irgendwas gibt es ja immer zu richten zu schnippeln zu rasieren zu frisieren und zu zupfen an so einem Frauenkopf.

Meine Großmutter pflegte zu sagen, Kind du hast deinen Kopf nicht nur zum Haare schneiden und bitte lass den selbigen nicht hängen, wenn deine Phantasie mal wieder an den Mauern der Realität droht zu zerschellen.

Meine Großmutter würde staunen wie viele Köpfe zum Haare schneiden heute dringend gebraucht werden.

Das ist sozusagen die Marktlücke. Hast du einen Schulabschluss, nein, aber einen Kopf zum Haare schneiden, super du, was für ein Glück.

Na,da kann ja noch aus dir was werden.

Was bin ich froh, daß mein Seelenschlingertag ohne Scheerenschnitt und Ansatzfarbe zu Ende geht. Für heute bin ich entkommen. Oma wäre stolz auf mich.